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12.02.2012 09:30 Uhr - 11:00 Uhr:
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Vor nunmehr fast 30 Jahren hatte ich das große Glück, meinen Wohnsitz nach Glattbach verlegen zu können und finde es heute an der Zeit einmal darüber zu schreiben.
Im Sommer 1977 war ein Umzug nach Aschaffenburg angesagt. Also wurde eine Anzeige im Main-Echo aufgegeben, um eine Wohnung zu finden. Unter den Angeboten fand sich dann auch eine Antwort meines jetzigen Hausherrn. Nach telefonischer Abstimmung machte ich mich am Wochenende auf den Weg zwecks Besichtigung und war restlos begeistert. Ich kam ja aus der Großstadt Hannover und so war der Blick ins Grüne für mich umwerfend. Inzwischen wird dieser allerdings ein wenig durch weitere Häuser verstellt.
So kam ich dann am 15.12.1977 am späten Nachmittag in Glattbach an. Der Umzugswagen sollte es erst am Morgen des 16.12 schaffen, hier einzutrudeln. Unterweg kaufte ich noch schnell eine Lampe für die Küche und wurde dann erst einmal von der Familie des Hausherrn liebevoll aufgenommen.
Nun stand ich aber dann doch irgendwann in meiner noch leeren Wohnung mit lediglich einem Klappsessel, auf dem ich die Nacht zu verbringen dachte und einem einsamen Telefon, welches durch die dringende Fürsprache bei der Post durch den Schwager meines Hausherrn schon funktionsfähig war. Dieser kam dann auch am Abend noch vorbei, um nach mir zu schauen und die Heizung ein wenig höher zu drehen für die immer leicht frierende neue Mieterin. Und dann kam doch noch der Möbelwagen. Das Schlafzimmer wurde schnell noch aufgestellt und der Klappsessel blieb leer.
So ging ein ereignisreicher Tag in meinem Leben langsam zu Ende und der Neubeginn lag verheißungsvoll vor mir. Als ich dann endlich in meinem Bett lag hatte ich das ganz starke Gefühl.
„endlich wirklich daheim“
Obwohl ich 37 Jahre meines Lebens in Hannover verbracht habe, bin ich dort niemals heimisch geworden. Schon als Kind waren Kuraufenthalte für mich etwas Wunderbares, nur weg von Hannover. Urlaube waren damals noch nicht so richtig in Mode.
Nachdem ich nach 14 Tagen dem Krankenhaus auch gleich einen 6-tägigen Besuch abgestattet hatte, ging ich auf Jobsuche, da das von Hannover aus leider nicht so erfolgreich gewesen war wie die Wohnungssuche, und hatte auch da wieder Glück. Die Dresdner Bank suchte eine Telefonistin und ich ergriff diese Chance mit beiden Händen. Nach zwei Jahren stand mir dann sogar die Auslandsabteilung offen und ich habe die Herausforderung, mal wieder etwas ganz Neues zu lernen, dankbar angenommen.
Ich habe mich selten in meinem Leben so wohl gefühlt, hatte ich doch einige Zeit ein Haus ganz für mich alleine – ein unbeschreibliches Gefühl, für jemanden, der sein Leben lang in großen Mietshäusern gelebt hatte - . Natürlich ist der Hausherr inzwischen schon seit ganz vielen Jahren auch eingezogen und ich hoffe, er hat es nicht bereut, einer unbekannten Hannoveranerin eine neue Heimat gegeben zu haben.
Hier in Glattbach habe ich eine Nachbarschaft erlebt, wie ich sie noch nie kennen gelernt hatte. Mir wurde das Gefühl gegeben, jeden hier in der Straße anrufen zu können, wenn ich Hilfe brauchte. Eine Nachbarin hat ganz besonders dazu beigetragen, die leider schon verstorben ist.
Die Natur um mich herum lässt mich auch nach so vielen Jahren immer wieder staunen und der Wald ist meine zweite Heimat. Im Sommer bin ich bestimmt in wachem Zustand mehr draußen oder auf der Terrasse als in der Wohnung.
Damit die Wintertage nicht so lang werden bin ich - nun inzwischen ja auch bereits im Rentenalter - noch zu einem PC gekommen. Das allerdings nur durch meine Foto-Leidenschaft und die Digitalfotografie, die ohne einen PC ja nicht ganz sinnvoll ist. Für die Technik bekomme ich aber auch fachliche Unterstützung vom Neffen meines Hausherren. Ansonsten würde ich ganz schnell am Ende meiner Talente stehen. Wie schnell ist ein falsches Häkchen gesetzt und der PC gibt ganz schnell seinen Geist auf. Technik hat mich schon mein ganzes Leben interessiert, aber der PC ist eben doch etwas mehr, als mal eine Steckdose anzubringen oder ein Bügeleisen zu reparieren. Die guten Seiten des Internet habe ich inzwischen auch kennen und schätzen gelernt. Habe ich durch ein Tierforum viele neue Freunde gewonnen. Diese Geschichte wäre auch wohl ohne PC nicht geschrieben worden, da meine Handschrift nicht so umwerfend ist und dazu heute auch einfach die Geduld fehlt, aber als früherer Bürokraft ist mir das Tippen ein leichtes. Leider geht die schnelle Tipperei auch mal daneben und dann ist wieder der Fachmann gefragt, der dann mit Engelsgeduld fast umgehend vor der Tür steht und sich wundert, wie ich denn das nun wieder einmal geschafft habe.
Viel wichtiger in meinem Leben als der PC vor 5 Jahren war ja noch der Einzug unserer Katze Rosa vor 12 Jahren. Sie kam eigentlich mit ihrer Schwester von der Nachbarin und hatte sich tagsüber ganz schnell gemütlich bei uns eingerichtet. Ich als Stadtkind hatte mir schon immer so ein kuscheliges Wesen gewünscht, aber die Verantwortung für eine Freigängerkatze war mir dann leider doch zu viel. So war Rosa eine ideale Katze für mich. Tagsüber war sie bei uns, aber wehe Ihres Frauchens Auto war zu hören, schnell wie der Blitz war sie weg und ich abgemeldet. Wie es das Schicksal aber so manchmal will, zog sie nach einem Jahr dann doch ganz bei uns ein und ich sage ganz bewusst „uns“, sie wurde nämlich eine Herrchenkatze (könnte ich jetzt sagen, „typisch Weibchen“). Geschlafen (da es bei mir eine Katzenklappe gab) und gegessen wurde bei mir, ansonsten musste sie ihr Herrchen bewachen, oder Mäuse fangen, oder einfach nur ihr Reich inspizieren. Nach 5 Jahren fing sie an zu husten und eine Röntgenaufnahme zeigte etwas auf ihrer Lunge, was da nicht hingehört. Trotzdem blieb sie uns noch fast 5 weitere Jahre erhalten, zwar mit vielen Arztbesuchen und Sorgen meinerseits, aber sie hat ihr Leben genossen. Da haben es Tiere besser als wir, sie leben im „Heute“ ohne Anspruch auf das „Morgen“. Wir machen uns mit unseren Sorgen um das „Morgen“ das „Heute“ manchmal kaputt. Am Abend des 11. Sept. 2005 musste der Tierarzt dann ihr kleines Leben beenden.
Aber das Schicksal stand schon wieder auf der Matte. Ich hatte mich vor ca. 2 Jahren mit dem Katerchen eines Nachbarn angefreundet, dem der Hund der Familie nicht gefiel und der darum im Sommer meistens draußen anzutreffen war und mit Billigung seiner alten Familie stand dann Felix Ende November 2005 vor meiner Tür. Erst nur ganz zaghaft und in der Wohnung immer nur bei geöffneten Türen, was in der Jahreszeit allerdings nicht so ganz erfreulich war. Aber Katerchen ist ja ein cleveres Kerlchen und nachdem er die Katzenklappe entdeckt hatte, zog er ganz ein. Er ist ein sehr liebebedürftiger aber nicht so ganz einfacher Kater. Er benutzt schon einmal seine Zähne oder Krallen, um sein Missfallen kundzutun, aber im Laufe der Zeit werden wir das auch in den Griff bekommen.
Nun ist nach einem milden Winter wieder einmal Frühling und die Natur zeigt sich in ihrem schönsten Kleid, so dass ich wieder täglich in Glattbachs Flur mit dem Fotoapparat anzutreffen bin.
Für heute sagt tschüss
Hildegard Held
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